Etwas für Liebhaber

Etwas für Liebhaber

Ja, Kakteen sind nicht immer als ganz so pflegeleichte und robuste Zimmerpflanzen einzustufen. Muss man ihnen doch schon ein wenig Liebe entgegenbringen, sollen sie denn gedeihen. Es gibt schon so Einiges zu bedenken. Bekommen doch einige Kakteen durchaus Sonnenbrand im Südfenster und man muss den stacheligen Hauspflanzen dann und wann umsichtig auf Pelle rücken, um Blütenpracht zu fördern. Sind keine Fröste mehr zu befürchen, lässt sich mit dem ein oder anderen Kaktus auch eine halbschattige Ecke vom Balkon bepflanzen. In jedem Fall gilt: Gute Ratschläge vom Kakteen-Freak im Fachhandel oder aus der Nachbarschaft sind viel wert.

Kakteen zählen sehr häufig zu den strauchartigen Gewächsen, selten zu Bäumen. Schon zwischen den Weltkriegen galten Kakteen als exotische Schmuckstücke für die Gärten der Reichen und Wohlhabenden. Es entstand ein derartiger Hype, dass sehr viele Kakteenarten unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, besonders wenn ihr einziger Standort durch geplante Baumaßnahmen oder zukünftige Rohstoff-Abbauvorhaben gefährdet ist. Vom Aussterben bedroht sind besonders in Mexiko derartig viele Kakteen, dass das Ausgraben eines Kaktus – eine Schnapsidee im Urlaub – durchaus zum Gefängnisaufenthalt führen kann. So sind beispielsweise folgende mexikanische Kakteen-Arten akut vom Aussterben bedroht: der kugelige Acharagma aguirreanum. Aber auch Ariocarpus bravoanus mit den dreieckigen, nach außen stehenden Warzen sowie Turbinicarpus pseudomacrochele, der häufig blaugrüne Kaktus mit kugelförmig-zylindrischem Körper und farbiger, großer Blüte. Aber auch in anderen Ländern besteht dieses ökölogische Problem, so auch für den strauchartigen kleine Arrojadoa dinae und den großen Pilosocereus fulvilanatus, der mit seinen bis zu 4 Metern Höhe und dem strauchartigen Aussehen selbst ohne seine großen Blüten und fast runden Früchten, mit magentafarbenem Fruchtfleisch, in jeden Western passen würde. Beide Kakteen sind in  Brasilien beheimatet.

Um Kakteen herum bestehen einzigartige Biotope, allein schon durch die Notwendigkeit der Bestäubung durch Schmetterlinge, Kolibries, Bienen oder Fledermäuse. Die Samenverbreitung dieser Pflanzen findet viel über Ameisen, Vögel, Mäuse, aber auch via Ziegen und Fledermäuse statt.

An vielen Stellen, über den gesamten amerikanischen Kontinent verstreut finden sich – wenn auch absolut saisongebunden – die Lebensräume dieser stacheligen Wasserspeicher, deren Früchte Einheimischen zur Ernährung dienten und dienen oder deren hochgewachsenen, abgestorbenen Rümpfe immer noch als Baumaterialien dienen. Es gilt natürlich, die Artenvielfalt und die Lebensräume zu erhalten.